Service-Navigation

Suchfunktion

Futterknappheit - Wenn das Silo zu früh geöffnet werden muss

Datum: 25.04.2019

Aufgrund der Trockenheit im Sommer 2018 sind viele Betriebe in Baden-Württemberg futterknapp.

Es zeichnet sich daher ab, dass in diesen Betrieben die Silos mit dem 1. Aufwuchs der Grassilage 2019 frühzeitig geöffnet werden müssen. Die Gärbiologie benötigt jedoch Zeit, je länger das Futter im Silo ungestört silieren kann, desto besser ist die Stabilität in der Entnahmephase bzw. die Qualität und desto geringer sind zu erwartende Verluste. Daher sollte man bereits vor der Ernte über Maßnahmen zum Umgang mit dieser Situation nachdenken.

Der Gärprozess bei der Silagebereitung beruht auf einer Milchsäuregärung unter Luftabschluss. Ziel ist eine rasche Ansäuerung, denn dadurch kann die unerwünschte Vermehrung von Gärschädlingen unterdrückt werden. Das bei dem Gärprozess gebildete Kohlendioxid wirkt ebenfalls hemmend auf einige Gärschädlinge. Ein zu frühes Öffnen führt jedoch zu einem vorzeitigen Austausch des Kohlendioxids mit Sauerstoff, der noch laufende Gärprozess wird unterbrochen. Hiervon profitieren v.a. Hefepilze, aber auch Schimmelpilze. Die Hefen verursachen durch Abbau des Restzuckers die gefürchtete Nacherwärmung bei der Entnahme. Die dabei stattfindende Wärmebildung bedeutet erhebliche Energie- und Trockenmasseverluste. Bestimmte Hefetypen bauen neben Zucker auch organische Säuren, wie z.B. Milchsäure, ab. In der Folge steigt der pH-Wert der Silage wieder an. Dies fördert neben Schimmelpilzen auch einen verstärkten Eiweißabbau, stets verbunden mit einer Reduzierung der Eiweißqualität. Das Ausmaß dieser Prozesse hängt neben der erzielten Verdichtung und der Gärdauer in einem hohen Maße auch vom Vorschub ab. Hefepilze werden durch Gehalte von ca. 2-2,5 % Essigsäure/kg TM in ihrer Vermehrung eingedämmt. Diese Essigsäure wird im optimalen Gärprozess von heterofermentativen Milchsäurebakterien (MSBhetero) gebildet. Jedoch findet diese Produktion erst im späteren Gärverlauf statt, so dass die gewünschte Konzentration häufig erst nach einer Siloreifezeit von 8-10 Wochen erreicht wird.

Zum vollständigen Artikel der LAZBW Aulendorf

Fußleiste